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13. September 2020

Was macht die Pandemie aus uns?

Justizvollzug und die Corona Krise.

BSBD Bundesseminar beschäftigte sich mit der aktuellen Pandemie.

Fast 20 Kolleginnen und Kollegen trafen sich in der dbb Akademie in Königswinter zum ersten Bundesseminar nach Auftreten des Coronavirus in Deutschland. Unter strenger Beachtung der Coronaauflagen wurde das Seminar jedoch in gewohnter Manier durchgeführt. Nach Begrüßung der Teilnehmer/innen durch den Bundesseminarleiter Winfried Conrad wurden in einer Vorstellungsrunde die ersten Kontakte geknüpft. Erster Referent war das Mitglied des Bundesseminarteams Kollege Holger Rittinger. Sein Thema: Die Verschwörungstheorien in der Geschichte der Menschheit, die nicht tot zu kriegen sind. Zunächst trug er zum Einstieg ins Thema mit den Seminar-teilnehmern verschiedene Verschwörungstheorien zusammen - von der „angeblichen Mondlandung“ über 9/11 bis hin zu Elvis lebt -. Auch Corona steht im Blickfeld der Verschwörungstheoretiker. Die Teilnehmer erarbeiteten mit dem Referenten welche Gegebenheiten vorhanden sein müssen, die Verschwörungstheorien entstehen lassen. In einem kurzen Film wurde die Entstehung von Verschwörungstheorien vertiefend dargestellt. Fest steht, dass  seit Einführung der Sozialen Medien die Verbreitung von Verschwörungs-theorien erheblich erleichtert werden. Bill Gates soll z.B. die Corona-Pandemie nutzen alle Erdenbürger zu chipen um die Überbevölkerung zu reduzieren. Der zweite Tag stand zunächst in Zeichen des Justizvollzug. Corona-Pandemie und die Auswirkungen auf die weiblichen Bediensteten im Justizvollzug am Beispiel Berlin. Als Referentin konnte für dieses Thema die Kollegin Birgit Polnik gewonnen werden. Die sehr kompetente Kollegin ist seit Jahren stellvertretende Landesvorsitzende in Berlin und dienstlich als Gleichstellungsbeauftragte in der JVA Moabit tätig. In ihrem Vortrag und der anschließenden Diskussion traten die unterschiedlichen Verfahrensweisen der Länder bei der Bewältigung der Pandemie - auch in den Justizvollzugs-einrichtungen - zu Tage.

„Angst essen Seele auf“ ein Kinotitel aus dem Jahr 1974 war die Überschrift des Vortrags von Kollege Michael Bach. Kollege Bach ist Diplom-Psychologe in der JVA Koblenz.

Im ersten Vortragsblock ging Kollege Bach rückblickend auch auf das Thema des Vortages ein. Die Entwicklung von Verschwörungstheorien aus psychologischer Sicht. Danach wurde die Problematik der Ängste sehr anschaulich in einer PowerPointPräsentation dargestellt. Schon bei der Geburt - direkt beim Geburtsvorgang - entstehen die ersten Ängste. Kollege Bach referierte – wie gewohnt – souverän über das ihm vorgegebene Thema.

Der letzte Seminartag stand im Zeichen eines Rückblicks und Ausblicks auf die Bewältigung der Corona-Pandemie im bundesdeutschen Justizvollzug. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beendeten das Seminar mit der Hoffnung, die Krise bald überwunden zu haben.